Für Unternehmen mit einer Anfrage auf dem Tisch
Ein Verein fragt nach Sponsoring.
Lohnt sich das?
In fünfzehn Minuten geprüft: Ist eine echte Gegenleistung dabei, passt die Reichweite zu Deiner Kundschaft, und ist der geforderte Betrag marktüblich.
Die Anfrage kommt meistens gleich aussehend: eine E-Mail vom Kassenwart oder ein Anruf des Jugendtrainers, ein Betrag, ein Hinweis auf die neue Saison, und die Bitte um kurze Rückmeldung. Wer sowas zum ersten Mal auf dem Schreibtisch hat, hat zwei Fragen im Kopf. Ist das ein gutes Geschäft oder eine verkleidete Spende? Und ist der Betrag, der da steht, eigentlich normal?
Beide Fragen sind in einer Viertelstunde zu beantworten. Der Reflex, entweder aus schlechtem Gewissen zuzusagen oder wegen Zeitmangels gar nicht zu antworten, ist in beide Richtungen der teurere Weg.
Damit die Erwartung stimmt: findasponsor vermittelt Sponsoring. Wir haben also ein Interesse daran, dass Du am Ende zusagst. Deshalb steht weiter unten ausdrücklich, wann eine Absage die richtige Entscheidung ist – und die Marktpreise stammen aus unserem eigenen Verzeichnis, sind also nachzählbar statt geschätzt.
Die Ausgangslage
Es gibt drei Antworten,
nicht zwei.
Die meisten Betriebe denken bei einer Sponsoring-Anfrage in Ja oder Nein. Der dritte Weg wird am häufigsten übersehen und ist für kleine Betriebe oft der beste.
Zusagen
Sinnvoll, wenn eine benannte Gegenleistung vorliegt, die Zuschauer aus Deinem Einzugsgebiet kommen und der Preis im üblichen Rahmen liegt. Dann ist es Werbung mit festem Preis über eine ganze Saison und als Betriebsausgabe abziehbar.
Sachleistung statt Geld
Material, Produkte oder Arbeitszeit aus dem eigenen Betrieb. Der Bäcker liefert zum Turnier, die Werkstatt wartet den Bus, die Druckerei übernimmt die Beflockung. Der Aufwand ist oft geringer als die Summe auf dem Papier, die Gegenleistung bleibt dieselbe.
Absagen
Richtig, wenn keine Gegenleistung benannt ist und auch auf Nachfrage keine kommt, wenn die Zielgruppe nicht zu Deinem Geschäft passt oder wenn der Betrag außerhalb jedes marktüblichen Rahmens liegt. Eine klare Absage ist besser als eine halbherzige Zusage.
Die Prüfung
Fünf Schritte,
eine Viertelstunde.
Die Reihenfolge ist bewusst so gewählt: Schritt eins entscheidet in vielen Fällen schon alles, und die aufwendigeren Prüfungen kommen erst danach.
Steht eine Gegenleistung im Anschreiben?
Der wichtigste Punkt, und der am häufigsten fehlende. Sponsoring heißt: Du zahlst, und der Verein erbringt eine Werbeleistung. Logo auf dem Trikot, Bande am Platz, Nennung im Programmheft, Präsenz beim Vereinsfest, Verlinkung auf der Website. Steht im Anschreiben nur eine Summe und der Hinweis, dass die Jugendarbeit Unterstützung braucht, ist das keine Sponsoring-Anfrage, sondern eine Spendenbitte – auch wenn „Sponsoring" darübersteht.
Das ist kein Formalismus, sondern hat handfeste Folgen: Nur mit Gegenleistung ist die Zahlung Betriebsausgabe. Ohne Gegenleistung brauchst Du eine Zuwendungsbestätigung und bist bei den Spendenhöchstbeträgen. Was wozu zählt, steht mit Beispielen unter Sponsoring oder Spende.
Sind die Zuschauer Menschen, die bei Dir kaufen können?
Die Zahl, die im Anschreiben steht, ist selten die relevante. „400 Zuschauer pro Heimspiel" klingt nach viel, sagt aber nichts darüber, ob diese 400 in Deinem Einzugsgebiet wohnen. Für einen Handwerksbetrieb, eine Praxis, ein Restaurant oder einen Einzelhändler liegt der sinnvolle Radius meist bei fünfzehn bis dreißig Kilometern. Darüber hinaus sehen zwar Menschen Dein Logo, aber kaum welche, die bei Dir Kunde werden können.
Für Online-Händler, Hersteller und Dienstleister ohne festen Einzugsbereich dreht sich das um: Dort spielt die Entfernung kaum eine Rolle, dafür zählt, ob das Thema zur Marke passt.
Ist der geforderte Betrag marktüblich?
Der Punkt, an dem die meisten raten müssen, weil es keine Preisliste gibt. Als grobe Orientierung für den Amateurbereich: Bandenwerbung liegt je nach Liga etwa zwischen 200 und 1.000 Euro pro Saison, ein Ärmel- oder Hosenlogo bei rund 300 bis 800 Euro, ein Trikot-Hauptsponsoring auf der Brust je nach Spielklasse zwischen etwa 300 Euro in der Kreisliga und 3.500 Euro in höheren Amateurligen.
Weicht die Forderung deutlich nach oben ab, ist die Frage nach der Begründung berechtigt und völlig üblich. Zahlen zum Nachrechnen stehen im nächsten Abschnitt.
Sechs Rückfragen, bevor Du entscheidest
Rückfragen sind kein Misstrauen, sondern normal. Ein Verein, der schon einmal mit Sponsoren gearbeitet hat, kann sie aus dem Stand beantworten. Ein Verein, der bei allen sechs ins Stocken gerät, hat sich noch keine Gedanken gemacht – auch das ist eine verwertbare Information. Die Fragen stehen weiter unten.
Entscheiden – und das Ergebnis schriftlich festhalten
Bei einer Zusage gehört das Ergebnis auf Papier: wer, was, wie lange, zu welchem Preis, und wer die Druckdaten liefert. Zwei Seiten reichen völlig. Ohne schriftliche Vereinbarung mit beschriebener Gegenleistung wird es beim Betriebsausgabenabzug unangenehm, und bei Wechseln im Vorstand weiß im zweiten Jahr niemand mehr, was vereinbart war. Eine Vorlage steht unter Sponsoringvertrag-Muster.
Der Preisvergleich
Was andere
tatsächlich verlangen.
Die folgenden Zahlen sind keine Schätzung und kein Branchendurchschnitt aus zweiter Hand. Sie stammen aus den Preisangaben, die Vereine, Sportler, Veranstalter und Creator selbst in ihren Profilen im findasponsor-Verzeichnis hinterlegt haben – 142 Angebote insgesamt, Stand 13.09.2026. Angegeben ist die Preisvorstellung pro Jahr beziehungsweise Saison.
| Bereich | Angebote | Unteres Viertel | Mitte | Oberes Viertel |
|---|---|---|---|---|
| Sportvereine & Athleten | 74 | 500 € | 1.000 € | 2.900 € |
| Events & Feste | 22 | 700 € | 2.750 € | 4.000 € |
| Content Creator | 15 | 550 € | 1.000 € | 4.250 € |
| Kultur & Musik | 6 | 875 € | 2.000 € | 2.300 € |
| Motorsport | 14 | 1.000 € | 6.250 € | 12.500 € |
| eSports & Gaming | 8 | 250 € | 650 € | 1.125 € |
So liest Du die Tabelle: Die Spalte „Mitte" ist der Median – die Hälfte aller Angebote liegt darunter, die andere darüber. Liegt die Anfrage auf Deinem Tisch im Bereich zwischen unterem und oberem Viertel, bewegt sie sich im normalen Rahmen. Liegt sie deutlich über dem oberen Viertel, sollte der Verein erklären können, warum – etwa durch eine höhere Spielklasse, ein größeres Einzugsgebiet oder ein umfangreicheres Paket.
Für den häufigsten Fall, die Anfrage eines Sportvereins: Aus 74 Angeboten liegt die Mitte bei 1.000 €, ein Viertel aller Vereine ruft 500 € oder weniger auf. Wer also für eine Bande oder ein Ärmellogo im dreistelligen Bereich angefragt wird, bekommt einen üblichen Preis genannt.
Grundgesamtheit sind die öffentlich sichtbaren Preisangaben im findasponsor-Verzeichnis; sie sind dort von jedem nachzählbar. Bereiche mit zu kleiner Stichprobe werden nicht ausgewiesen. Die Angaben sind Preisvorstellungen der Anbieter, keine abgeschlossenen Verträge, und ersetzen keine Media-, Steuer- oder Rechtsberatung. Stand: 13.09.2026.
Vor der Zusage
Sechs Fragen,
die Du zurückstellst.
Alle sechs passen in eine kurze E-Mail. Die Antworten entscheiden meistens mehr als der Betrag.
Der andere Ausgang
Wenn Du absagst,
sag es aus dem richtigen Topf.
Absagen ist völlig normal und wird von keinem Verein persönlich genommen, solange es zeitnah und klar passiert. Zwei Sätze reichen: Danke für die Anfrage, dieses Jahr passt es nicht, gern wieder ansprechen.
Ein Punkt lohnt sich trotzdem: Die verbreiteten Muster-Absagen im Netz empfehlen fast alle die Begründung, das Spendenbudget sei aufgebraucht. Das ist die falsche Schublade. Sponsoring mit Gegenleistung ist eine Betriebsausgabe und hat keinen gesetzlichen Höchstbetrag; eine Spende ist etwas anderes und wird anders behandelt. Wer mit einem erschöpften Spendenbudget absagt, signalisiert dem Verein, dass er im falschen Topf angefragt hat – und das nächste Anschreiben kommt dann als Spendenbitte statt als Werbeangebot, was für Dich die schlechtere Variante ist.
Die tragfähigere Begründung ist die ehrliche: das Marketingbudget für dieses Jahr ist verplant, oder die Zielgruppe passt nicht zum Geschäft. Beides ist nachvollziehbar und lässt die Tür für später offen.
Die andere Reihenfolge
Wer wartet, bekommt die Anfragen
der Lautesten.
Der eigentliche Nachteil daran, auf Anfragen zu reagieren, ist nicht der Aufwand. Es ist die Auswahl. Du entscheidest über den Verein, der zufällig gefragt hat – nicht über den, der am besten passt. Wenn ohnehin Budget für lokale Sichtbarkeit da ist, ist die umgekehrte Reihenfolge die bessere: erst schauen, wer in der Umgebung überhaupt sucht, dann vergleichen, dann entscheiden.
Genau dafür ist das Verzeichnis da. Vereine, Sportler, Veranstalter und Creator, die aktiv einen Sponsor suchen, mit Standort, Kategorie, angebotener Gegenleistung und Preisvorstellung – vergleichbar nebeneinander statt einzeln im Postfach. Durchsuchen geht ohne Konto. Anschreiben ist für Unternehmen kostenlos.
Keine Zahlungsmethode nötig, kein Abo, 0 % Provision auf das, was Ihr vereinbart.
Häufige Fragen
Rund um die eingegangene
Sponsoring-Anfrage.
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